Zusammenfassung des Panels mit Dr. Andreas Schwer, CEO EOS, und Oleksandr Danyliuk, Päsident Destinus

Am 20. März diskutierten Dr. Andreas Schwer, CEO von Electro Optic Systems (EOS), und Oleksandr Danyliuk, Präsident von Destinus, beim Unternehmertag über Macht in einem Zeitalter autonomer Systeme, KI-gesteuerter Kriegsführung und der Drohnenproduktion im industriellen Maßstab. Moderiert wurde das Panel von Philipp Hartmann, General Partner Moutnain X. EOS hat dazu auf seiner Website eine ausführliche Zusammenfassung veröffentlicht, die wir hier gern in deutscher Übersetzung teilen:
Unter dem Motto „The Great Re-Shuffle. Wer hat in der Welt von morgen die Karten in der Hand?“ befasste sich die Diskussion mit den geopolitischen und technologischen Veränderungen, die die kommenden Jahre prägen werden.
Deutlich wurde, dass die Kriegsführung einen grundlegenden Wandel durchläuft. Dieser Wandel vollzieht sich nicht schrittweise, sondern mit hoher Geschwindigkeit. Kostengünstige, skalierbare Drohnensysteme verändern die Ökonomie von Konflikten: Der Nutzen überwiegt nun die Kosten und selbst einfache Plattformen können hochwertige Ziele ausschalten. Diese Dynamik definiert Abschreckung neu und zwingt zu einer Neubewertung der Beschaffung und des Einsatzes von Fähigkeiten.
Ein zentrales Thema war die wachsende Bedeutung der Skalierbarkeit. Die Herausforderung besteht nicht mehr allein in der Innovation, sondern auch darin, Systeme schnell und in großem Umfang zu produzieren, einzusetzen und aufrechtzuerhalten. Dabei sind industrielle Kapazitäten, die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette und der Zugang zu qualifizierten Fachkräften ebenso entscheidend wie die technologische Leistungsfähigkeit.
Gleichzeitig wird das Schlachtfeld zunehmend zu einer Softwareumgebung. Systeme werden nicht mehr in langen Zyklen entwickelt, sondern auf der Grundlage direkter operativer Rückmeldungen kontinuierlich aktualisiert – oft in Echtzeit. Die Geschwindigkeit der Iteration entwickelt sich somit zu einem entscheidenden Vorteil.
Entsprechend entwickelt sich auch die Verteidigung weiter. Integrierte, mehrschichtige Architekturen, die Abfangdrohnen, Hochenergielaser und KI-gestützte Kommandosysteme kombinieren, etablieren sich als neuer Standard. Diese Ansätze sind darauf ausgelegt, neuen Bedrohungen wie koordinierten Schwarmangriffen entgegenzuwirken, mit denen traditionelle Verteidigungssysteme überfordert sind und bei denen die Grenzen bestehender Ansätze aufgezeigt werden.
Die Anfälligkeit kritischer Infrastrukturen erhöht die Dringlichkeit zusätzlich. Denn schon eine einzige Drohne kann Flughäfen, Energiesysteme oder militärische Einrichtungen lahmlegen. Koordinierte Angriffe verstärken dieses Risiko noch.
In der Diskussion wurde zudem deutlich, dass sich viele dieser Dynamiken bereits in aktuellen Konflikten beobachten lassen. Die Herausforderung besteht nun darin, wie schnell diese Erkenntnisse in Strategie, Beschaffung und Einsatzbereitschaft umgesetzt werden können.
Die Schlussfolgerung ist klar: Geschwindigkeit, Umfang und Anpassungsfähigkeit werden darüber entscheiden, was als Nächstes kommt.
Foto: Philipp Hartmann, Oleksandr Danyliuk, Dr. Andreas Schwer, Dr. Conny Boersch, ©Unternehmertag/Urs Golling
