Jean-Claude Biver

Schweizer Uhren-Ikone

Jean-Claude Biver gehört zu der kleinen Gruppe von Persönlichkeiten, die die Schweizer Uhrmacherkunst entscheidend geprägt haben.

In Luxemburg geboren absolviert er die wichtigsten schulischen und universitären Etappen in Lausanne um sich dann mit dem Wirtschaftsdiplom in der Tasche in Le Brassus im Vallée de Joux niederzulassen. Diese Jahre in der Wiege der hohen Uhrmacherkunst und das dort erfolgte Allrounder-Praktikum bei Audemars Piguet prägen seinen weiteren Werdegang und entfalten seine Leidenschaft für die Uhrmacherei. 1980 fünf Jahre nach dem Eintritt bei Audemars Piguet zieht es in dann als Produktmanager für den Bereich Gold weiter zu Omega. Zwei Jahre später mit der Sehnsucht nach der Uhrmacherkultur des Vallée de Joux und der Bedürfnis sich von den Regeln und Einschränkungen, die mit der Arbeit für eine grosse multinationale Marke verbunden sind, zu befreien kauft er zusammen mit seinem Freund Jacques Piguet die Marke Blancpoain, die seit 1961 inaktiv gewesen war.

Blancpain kommt zu neuem Glanz und Rekordumsätzen, wird von der SMH- Gruppe (spätere Swatch-Gruppe) gekauft und so kommt Biver nach 10 Jahren wiedr zu Omega, die unter der neuen Marketingleitung Bivers einen phänomenalen Aufschwung insbesondere dank der Entwicklung neuer Produkte und der Kooperation mit Prominenten wie Cindy Crawford, Michael Schumacher, James Bond alias 007 und Pierce Brosnan, erlebt.
Nach einem kurzen Sabbatical Ende 2003 beschließt er die Führung eines kleinen, 1980 gegründeten Unternehmens zu übernehmen: Hublot Genève. Als CEO fasst er 2004 den Beschluss, das originelle Produkt von Hublot in den Vordergrund zu rücken und entwickelt für die Marke ein neues Konzept: „Die Kunst der Fusion“.

Durch die Bereitstellung seines gesamten Know-hows und seines Marketingtalents gelingt Biver das Kunststück, in weniger als einem Jahr – im April 2005 – einen revolutionären Chronographen vorzustellen: die Big Bang. Sie wird auf der Baselworld 2005 präsentiert, ist auf Anhieb ein voller Erfolg und wird mit Auszeichnungen regelrecht überhäuft. Hublot kennt eine außerordentliche Dynamik und ein rasantes Wachstum. Jean-Claude Biver verhilft der Marke tatsächlich zu einer wahren Wiedergeburt – oder ihrer Geburt, wenn man, nach nur 7 Jahren Tätigkeit die zurückgelegte Wegstrecke betrachtet. Das beeindruckende Wachstum des Unternehmens ist zweifellos auf die überbordende Energie seines unvergleichlichen Chefs zurückzuführen.

Jean-Claude Biver, der ständig bestrebt ist, aus Hublot ein avantgardistisches Unternehmen in Bezug auf die Erforschung neuer Hightech-Materialien zu machen und das Fachwissen zu bewahren, stattet es mit einer Gießerei aus für die Herstellung des Magic Gold, ein kratzfestes, 18-karätiges Gold, das in Zusammenarbeit mit der ETHL Ende 2011 präsentiert wird. Im gleichen Jahr übernimmt Hublot die Schweizer Firma Profusion, die in der Fertigung von Bestandteilen aus Kohlefaser spezialisiert ist. Auch die interne Abteilung für Galvanoplastik testet laufend neue Metallbehandlungen. 2013 schließlich stellt Hublot eine leuchtend rote Keramik vor, ein Novum in der Uhrenbranche.

Die Beständigkeit und Konsequenz von Jean-Claude Biver sind ebenso bemerkenswert wie sein Sinn für grundlegend neue Ideen, wie dies auch die Marketingstrategie des Herstellers veranschaulicht: „Dorthin gehen, wo der potenzielle Kunde ist.“ So ist Jean-Claude Biver der Erste, der eine Luxusmarke in den Fußball einbringt. 2008 wird Hublot „Official Timekeeper“ der EM. 2010 wird der Uhrenhersteller die historische erste „Official Watch“ und der erste „Official Timekeeper“ der FIFA und der Fußball-Weltmeisterschaft™, nachdem er kurz zuvor bereits „Official Watch“ und „Official Timekeeper“ von Ferrari geworden war. Zwei Meisterstreiche, die Hublot weltweit außergewöhnlich große Aufmerksamkeit bescheren.

Zudem begründen Jean-Claude Biver und Hublot einen exklusiven Kreis aus Freunden und Markenbotschaftern – alle lebende Legenden auf ihrem jeweiligen Gebiet –, deren Engagement über sportliche Meisterleistungen hinausgeht und mit denen die Marke im Rahmen zahlreicher Projekte zugunsten wohltätiger Organisationen eng zusammenarbeitet. Zu ihnen zählen unter anderem Usain Bolt, der schnellste Mann der Erde; Bayern München, Juventus Turin, Ajax Amsterdam und Paris Saint-Germain, um nur einige Vertreter der Welt des Fußballs zu nennen; die Familie von Ayrton Senna mit dem Instituto Ayrton Senna; das renommierte ozeanografische Museum von Monaco unter dem Vorsitz von SD Fürst Albert II. von Monaco; Dwyane Wade und NBA-Champion Miami Heat; die Skifahrer Maria Riesch und Dario Cologna; und Depeche Mode und Jay Z im Bereich Musik. „Denn menschliches Miteinander entsteht durch Teilen. Wer nicht teilt, der verkümmert. Hublot hat das Glück, einen Teil seines Erfolges teilen zu können".

Im Januar 2014 wurde Biver zum Leiter des Geschäftsbereichs Uhren der LVMH-Gruppe ernannt und verantwortete damit die Marken Hublot, TAG Heuer und Zenith. Um die Synergien zwischen den Marken wieder stärker aufleben zu lassen und an seiner Vision festhaltend, dass jemand erst richtig handeln kann, wenn er selbst involviert ist und jedes Detail versteht, übernahm Jean-Claude Biver das Management von TAG Heuer interimistisch im Dezember 2014. Heute ist er Chairman of the Board von Hublot und Zenith sowie nicht-exekutiver Präsident des Uhrenbereichs von LVMH.

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